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Freitag, 20. Mai 2011

Wenn ein Entchen nicht schlafen kann


 Das kleine Entchen liegt im Bett, der Mond schaut all zu vorwizig durch das Fenster.
"He, Mond, du scheinst viel zu hell in mein Zimmer. So kann ich nicht einschlafen."
"Willst du überhaupt schlafen?" will der Mond wissen.
"Nein, ich bin eigentlich noch gar nicht müde, aber Mama sagt ich muss."
"Nicht müde im Bett liegen, das ist aber blöde."
"Ach, weisst du, ich rufe dann das Elfchen, aber das Elfchen, das kann nur ich sehen. Es erzählt mir Geschichten bis ich einschlafe. Aber das darf meine Mama nicht wissen"
"Hat das Elfchen einen Namen?"
"Es heisst Finchen Pusteblume. Wenn ich in die Luft puste, dann kommt es zu mir"
"Darf ich es auch einmal sehen? Ich höre nämlich furchtbar gerne Geschichten."
Das Entchen pustet in die Luft und das Elfchen fliegt durch das Zimmer.
"Entchen, kannst du nicht schlafen und willst eine Geschichte hören?"
Das Entchen hüpft im Bett auf und ab und ruft: "Ja, ja und der Mond will auch zuhören."
"Er darf aber dabei nicht einschlafen, sonst fällt er vom Himmel. Vom Himmel fallen dürfen aber nur die Sternschnuppen und dann können die Menschen sich etwas wünschen."
"Wenn der Mond vom Himmel fällt, darf man sich vielleicht etwas ganz Grosses wünschen, etwas was so gross ist wie ein Elefant,"schlägt das Entchen vor.
"Wenn ich vom Himmel falle würde, dann werden die Menschen sehr traurig,"spricht der Mond.
"Warum?"
"Weil die Menschen mir bei Nacht ihre Wünsche und Sorgen erzählen."
"Warum?"
"Wenn sie dabei zu mir hochschauen, dann werden sie von meinem warmen Mondlicht getröstet."
"Wenn ich traurig bin, dann gehe ich in der Badenwanne schwimmen."
"Siehst du. Die Menschen nehmen dann einfach ein Bad im Mondlicht."
"Und danach sind sie sauber?"
"Ja, bis hinter beide Ohren."
"Sag mal, willst du jetzt eine Geschichte hören oder nicht, sonst fliege ich nämlich wieder davon?" fragt das Elfchen leicht beleidigt.
"Ach, eigentlich bin ich jetzt müde," spricht das Entchen, gähnt und schläft sofort ein.
Finchen Pusteblume fliegt zum Mond, macht es sich im Mondsand gemütlich und beginnt eine Geschichte zu  erzählen.
Wenn ich hören könnte, was sie erzählt, würde ich sie euch erzählen, aber leider ist der Mond zu weit weg.

Nach der Skizze von gestern sind Filzfiguren entstanden. Diese Figuren habe mich heute zu dieser Szene inspiriert.
Konkrete Figuren in der Hand zu haben, macht es etwas einfacher eine Geschichte zu erzählen. Die Kunst und auch die Schwierigkeit dabei ist, sich selbst überraschen zu lassen von dem was kommt.
Ich versuche immer wieder aus meiner festgefahrenen Bildsprache auszubrechen, so ganz gelingt mir das nicht.
Ich bin sicher, würden 100 Menschen mit diesen Figuren eine Geschichte erzählen, so würden 100 verschiedene Geschichten entstehen.


Das es 1000001 Möglichkeiten gibt eine Geschichte zu erzähle, macht für mich die Sache nicht einfacher, ganz im Gegenteil.

Kommentare:

  1. zuaberhaft, kann jetzt endlich schlafen gehen:)

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  2. dein post hat mich an etwas erninnert: wir haben früher in der schule immer so heimlich einen zettel hin- und hergehen lassen und eine hat einen anfang geschrieben, die nächste dann den nächsten satz und so weiter. manchmal waren wir dann auch ganz blödsinnig drauf und haben immer wieder versucht, der geschichte die verrücktesten wendungen zu geben. ich muss mal suchen, vielleicht finde ich ja noch den einen oder anderen zettel. wobei die themen damals natürlich schon, naja, andere waren. aber das verfahren ist lustig.
    liebe grüsse, stefanie.

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  3. So ähnlich habe ich das sogar schon mal auf meinem Blog http://allerleirauh-bittet-zum-tee.blogspot.com/2009/01/unsere-gemeinsame-geschicht.html gemacht. Jeder Kommentar war ein Wort, das sich auf das vorherige bezog.

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  4. ich mag deine geschichten ich mag deine filosofie ich mag deinen humor ich mag deine melancholie ich mag deine filzarbeiten ich mag dich. sehr sogar.liebe grüsse von deiner sonst stillen leserin die jeden tag vorbei kommt zum kein wort z verpassen.

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  5. gugus, ich bin wirklich gerührt von deinen Worten. Merci, viiiiiilmoooool!

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